Grundschul-Hokuspokus?

Die Aufgabenstellung meiner Diplomarbeit war der Entwurf einer Grundschule. Das war mir jedoch zu wenig - und zu langweilig. Ich wollte eine Schule für die Schüler mit optimalen Lernvoraussetzungen entwerfen. 

Die Pisa Studie hat klar gemacht, dass unsere Kinder ein mehr als offensichtliches Lernproblem haben. Doch wie kann man diesem Problem entgegen wirken? Ganz einfach, indem man den Lernort so optimiert, dass die Kinder sich dort wohl fühlen und das Lernen unbewusst unterstützt wird. Das kann mit Hilfe von Feng Shui passieren. Mit der Anwendung dieser uralten Weisheit können Kinder beim Lernen nicht nur unterstützt, sondern sogar gefördert werden. Und noch mehr! Jeder weiß, wie gestresst unsere Lehrer heutzutage sind. Nach der Shcule kommen sie völlig entnervt zu Hause an und sind wesentlich kürzer im Schuldienst tätig alks geplant. Und warum? Sie müssen viel zu viel Zeit damit verbringen die Schüler zur Ruhe zu bringen, um ihnen das Wissen vermitteln zu können, was gelehrt werden soll. Diese wertvolle Zeit kann gespart werden, wenn man Feng Shui anwendet, denn die Kinder werden unbewusst zur Ruhe gebracht und stören weniger den Unterricht. Letztendlich kann also schon der richtige Entwurf einer Grundschule Abhilfe von kleineren und größeren Problemen schaffen. Warum also diese Lehre nicht anwenden, die im Grunde nichts mehr kostet, wenn man die Chance hat von Null anzufangen? Die Architekten in China sind auch keine Feng-Shui-Spezialisten, wenngleich im Studium immerhin die Grundkenntnisse gelehrt werden. Ihnen werden beim Bau Feng-Shui-Meister zur Seite gestellt, also habe ich mir ebenso Hilfe geholt und den Entwurf meiner Grundschule mit Kurt Rotermund, Feng Shui Berater aus Rodewald und Gründungsmitglied von LupS e. V. (Lernfördernde und präventive Gewalteindämmung an Schulen), entsprechend der Lehren des Feng Shui optimiert. In Deutschland war es 2007 das erste Mal, dass solch eine Zusammenarbeit für einen Entwurf einer Grundschule statgefunden hat.


Was ist Feng Shui eigentlich?

Feng Shui ist im Prinzip eine ökologische Wissenschaft, die auf eine 3000 Jahre alte Geschichte zurückblicken kann. Sie beruht auf der Deutung der Natur als auch auf dem Studium der Himmelskörper. Feng Shui bedeutet wörtlich übersetzt "Wind und Wasser". Der Name soll verdeutlichen, wie sehr der Mensch von seiner Umwelt geprägt wird. Die beiden machtvollen Naturerscheinungen symbolisieren, dass hinter allem was uns in der Welt umgibt eine Energiequelle steckt. Damit ist jene universelle Kraft gemeint, die in China "Chi" genannt wird. Feng Shui lehrt, dass die Auswahl und Gestaltung der Orte Einfluss auf unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und unseren Erfolg hat. Im Feng Shui gibt es daher Himmelsrichtungen, die einen positiv oder negativ beeinflussen können. Ausgehend von der Überlegung, dass ein Bauwerk genau wie ein Mensch lebendiges Chi besitzt, wird eine unmittelbare Verbindung zwischen Mensch und Gebäude nachvollziehbar. Wer nun denkt, dass sich die Architektur dem Feng Shui unterwerfen muss und nur eintönige Gebäude daraus hervor gehen, der irrt. Die Architektur achtet zwar auf die Richtungen und Elemente sowie auf andere Aspekte, beim eigentlichen Entwurf hat der Architekt immer noch freie Hand. Großkonzerne lassen ihre modernen Wolkenkratzer nicht umsonst von Feng Shui Meistern ausrichten - die Mitarbeiter sind nachweisbar effektiver bei ihrer Arbeit.

Die Chinesen haben durch jahrtausendlange Beobachtungen festgestellt, dass alles was auf dieser Welt existiert fünf Elementen zuzuordnen ist: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Die alten Mönche haben auch die Menschen nach diesen Elementmerkmalen aufgeteilt und die Zugehörigkeit der Elemente den chinesischen kalenderjahren zugeordnet. Weil der chinesische Kalender auf dem Mondkreislauf beruht, beginnen die chinesischen astrologischen Jahre nach unserer Zeitrechnung zwischen Mitte Januar und Ende Februar. Die Elemente Feuer, Wasser und Holz sind Yang-Kräfte und werden der Ost-Gruppe zugeordnet, während die Elemente Erde und Metall Yin-Kräfte sind, die der West-Gruppe zugeordnet werden.

Das Prinzip von Yin und Yang ist das Älteste in der chinesischen Philosophie: Positive und negative Kräfte treten in Wechselwirkung auf und erzeugen dabei Energie. Yin und Yang sind sowohl Grundsätze als auch voneinander unabhängige Ideen. Das Eine kann ohne das Andere nicht sein. Für Glück, Gesundheit und Harmonie müssen sich beide im Gleichgewicht befinden. Feng Shui kann dabei helfen ein gestörtes Gleichgewicht wieder ins Lot zu bringen und Disharmonien auszugleichen. Und das gilt auch für die Architektur. In einem Raum wie auch in der Gesamtansicht eines Gebäudes sollten alle Kräfte immer im gleichen Maß vorhanden sein. Überwiegt oder fehlt ein Element oder ein Teil davon hat das Einfluss auf den menschlichen Körper bzw. das Wohlbefinden.


Anwendungsgebiet Grundschule

Grundsätzlich fängt Feng Shui bereits mit der Wahl des Grundstücks an. Unterirdische Wasseradern können dem Gebäude von vornherein einen schlechten Standort geben. Da für die Entwurfsarbeit schon das Grundstück in Hannover "Am Kronsberg" vorgegeben war, fällt diese Voraussetzung raus. Der Entwurf wurde jedoch genau nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet, woraus sich die leichte Schrägstellung auf dem Grundstück ergibt. Die genaue Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen ist wichtig, um die Energieströmungen direkt nutzen zu können. Komplett nach den Prinzipien des Feng Shui durchgestaltet, entstand eine nicht nur schöne, sondern auch besonders harmonische Wirkung der Außenanlagen. Im Norden liegt der einladend und freundlich gestaltete Eingangsbereich, in dem es Abstellmöglichkeiten für die Fahrräder gibt und verschieden gestaltete Bereich u.a. mit Wasserquellen. Im Osten sind die Lehrerparkplätze angeordnet. Säuleneichen bilden eine Schutzfunktion für das Gebäude. Im Süden findet die Anlieferung für das Hort-Catering statt und der Müll wird abgeholt. Außerdem wohnt hier der Hausmeister in einem Hügelhaus. Eine natürliche Abschirmung zum Betrieb der Schule, damit er seine Eigenstädnigkeit bewahren kann. Das Gebäude bildet eine Barriere gegen abfallende Kräfte aus dem Osten, weshalb im Westen der Abenteuerspielplatz mit Geräten und natürlichen Spielmöglichkeiten wie zum Beispiel Findlingen, auf den die Kinder herumklettern können, angeordnet ist. Große Bäume mit mind. 10 m Durchmesser haben schatten- und schutzspendende Funktionen.


Architektur

Wichtig war für mich, ein äußeres Erscheinungsbild zu schaffen, mit dem sich die Kinder identifizieren können. Ein hochmodernes Gebäude aus Stahl und Glas hätte in diesem Fall einen erschreckenden Effekt. Moderne Materialien sollten zwar genutzt, aber nicht erkennbar sein, daher wird die eigentliche Konstruktion mit freundlichen Materialien verdeckt: Die Außenfassade besteht aus hellen Sanddsteinen, die im Eingangsbereich mit einer roten Putzfassade kombiniert sind. Rot deshalb, weil es nach Feng Shui die Farbe des Lebens sowie die am stärksten Glück bringende Farbe ist. Außerdem wird durch Rot der Mut der Kinder gestärkt, was in den ersten Jahren der Schulzeit besonders wichtig ist. Das Gründach hat nicht nur eine energiesparnede Doppeldämmfunktion, optisch bekommen die Kinder auch den Eindruck, sie würden unter einer Wiese wie in einer Höhle unterrichtet. Die einzelnen Bereiche der Schule sind von außen klar ablesbar. Der Eingangsbereich, in dem Lehrerzimmer, Verwaltung und andere Nebenräume liegen, ist eingeschossig angelegt. Daraus sticht die Kuppel des Mehrzweckraums hervor, hinter dem sich der eigentliche, zweigeschossige Schulbereich mit seinen Klassen-und Themenräumen erstreckt. Im Obergeschoss wird die Kuppel des Mehrzweckraums von den beiden Haupttreppenhäusern mit Bullaugen flankiert. Ganz im Süden liegt der eingeschossige Hort. Er ist zwar direkt an die Grundschule angeschlossen, erweckt aber durch die Anordnung den Eindruck eines eigenständigen Gebäudes.


Aufteilung

Die Kinder betreten das Gebäude über einen Eingangsbereich im Norden. Das Achteck des Mehrzweckraums symbolisiert laut Feng Shui "die Kraft", womit der Schüler beim Durchqueren des Raums mit seiner eigenen Kraft konfrontiert wird, die seinen Elan stärken soll und er mit Freude und Tatendrang aufgeladen in die Klasse kommt. Die Verteilerzonen mit den Treppenbereichen befinden sich im Osten und Westen in der Nähe des Eingangsbereichs, so ist von Anfang an eine gleichmäßige Verteilung der Schüler gewährleistet. Direkt im Süden gibt es ein weiteres Treppenhaus mit Aufzug. Der Bereich für Verwaltung und Lehrer ist im Osten eigenständig für sich und trotzdem ist der Übergang fließend. Die Schüler sollen keine Berührungsängste für die Person Lehrer empfinden, aber doch den gebührenden Respekt beachten. Eltern, die ihre Kinder abholen wollen, können gleich im Eingangsbereich bleiben ohne den normalen Schulablauf zu stören. Die Klassenräume sind 4-zügig miteinander verknüpft und verteilen sich über insgesamt zwei Geschosse. Die Jahrgänge der 1. und 2. Klassen sind im Erdgeschoss angeordnet, die älteren Jahrgänge der 3. und 4. Klassen darüber im ersten Obergeschoss. Die Themenräume Werken, Kunst und Informatik sind nach Osten ausgerichtet. Eine richtung, die sich positiv auf die Kreativität auswirkt. Der Hort schließt sich im Süden direkt an die Grundschule an. Er ist mit seinen Funktionen unabhängig vom Betrieb der Grundschule. Auch hier findet sich das Achteck im Mehrzweckraum wieder. Die Kinder die den Hort nutzen werden somit weiterhin von positiver Energie beeinflusst. Der Eindruck von langen Fluren entsteht durch die Verglasung zum Innenhof erst gar nicht. Vor jeder Klasse gibt es geschwungene Bänke mit genügend Stauraum für jeden Schüler.

Die Klassenräume sind 4-zügig miteinander verknüpft und verteilen sich über insgesamt zwei Geschosse. Die Jahrgänge der 1. und 2. Klassen sind im Erdgeschoss angeordnet, die älteren Jahrgänge der 3. und 4. Klassen darüber im ersten Obergeschoss. Die Themenräume Werken, Kunst und Informatik sind nach Osten ausgerichtet. Eine richtung, die sich positiv auf die Kreativität auswirkt. Der Hort schließt sich im Süden direkt an die Grundschule an. Er ist mit seinen Funktionen unabhängig vom Betrieb der Grundschule. Auch hier findet sich das Achteck im Mehrzweckraum wieder. Die Kinder die den Hort nutzen werden somit weiterhin von positiver Energie beeinflusst. Der Eindruck von langen Fluren entsteht durch die Verglasung zum Innenhof erst gar nicht. Vor jeder Klasse gibt es geschwungene Bänke mit genügend Stauraum für jeden Schüler.

Das Zentrum der Schule ist der gestaltete Innenhof, um den sich die Flügel gruppieren, hier kann das Chi ungehindert fließen und es sind alle Elemente vorhanden. Die Wände zum Innehof sind komplett verglast, so entsteht auch auf den Fluren der Eindruck, als würde man sich im Innenhof befinden und nicht auf dem Gang zu den Klassenräumen. Es gibt große Schiebeelemente, über die man den Innehof betreten kann und die im Sommer auch ständig offen stehen können. Die zwei Stufen über die man in den Innenhof gelangt sind mit Absicht etwas breiter ausgeführt, sodass man bequem darauf sitzen kann. Der Innenhof bietet einen großen Vorteil für die Aufsichtspflicht der Lehrer: Die Kinder haben ihren Freiraum, können aber das Schulgelände nicht ungesehen verlassen. Ein weiteres Highlight ist die Verbindung zum Mehrzweckraum. Dieser kann über Schiebe- oder Klappelemente geöffnet werden und wird zur Bühne. Werden dann Stühle im Innenhof aufgestellt, entsteht mit wenigen Handgriffen ein kleines Freilufttheater. Über Winden lassen sich auf Höhe des 1. Obergeschosses schattenspendende Sonnensegel ausfahren.


Fazit

Also ich wäre gerne auf eine ähnliche Schule gegangen, leider bestand meine Realität aus zwanzig Jahre alten, knarzenden Möbeln sowie Tafel und Kreise statt Multimedia-Softboard. Bestimmt waren meine Noten deshalb so schlecht ... ;)