Seit "Titanic" fand ich Ozeanriesen faszinierend. Allerdings hatte ich auch immer meine Vorbehalte gegenüber Kreuzfahrten. In den Osterferien 2026 waren wir nun zwei Wochen mit der Mein Schiff 2 in der Karibik unterwegs. Was denkt ihr, wurde ich überzeugt?
Ein etwas unbedachtes "Nicht ohne uns" führte letztendlich dazu, dass wir auf der Mein Schiff 2 gelandet sind. Die Schwiegereltern dachten darüber nach eine Karibik-Kreuzfahrt zu machen. Da die Karibik bisher unser Steckenpferd war, konnte ich das an einem gemütlichen Abend im Raum Dresden einfach nicht auf sich beruhen lassen. Routen wurden hin und her geschickt und nicht viel später saßen wir bereits im Reisebüro.
Da Route und Datum - mit schulpflichtigem Kind kamen nur die Osterferien in Frage - und damit auch das Schiff bereits fest waren, ging es letztendlich nur noch um die Feinheiten. Eine Balkonkabine "Mitte-Mitte" Schiff sollte es werden und mit Bett in Fahrtrichtung - so lautete die Empfehlung der Schwiegereltern, die bereits Kreuzfahrten gemacht hatten. Damit wir uns die Kabine direkt aussuchen konnten, musste es der teurere "Pro" Tarif sein. Und weil es unsere erste Kreuzfahrt war, entschieden wir uns auch für das Komplettpaket inkl. An-/Abreise via TUI Cruises. Für den Hinflug (Tagflug) wählten wir die Premium Economy, der Rückflug sollte Business Class (Nachtflug) sein. Hier war ich froh, dass man nicht auf eine Reiseklasse für Hin und Zurück festgelegt ist. Ergänzend dazu gehörte auch Rail & Fly, also Zugtickets vom/zum Flughafen. Und so hatten wir das erste Mal einen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff gebucht - mehr als ein Jahr vorher.
Mein Schiff-App - der ständige Begleiter
Sobald eine Buchungsoption besteht, kann man sich (auch ohne Registrierung, nur mit Name und Buchungsnummer) in der Mein Schiff App anmelden und sieht hier direkt das Schiff, die gebuchte Route, die Kabine und alles, was zur Ergänzung der Reise noch angeboten wird. Je näher die Reise rückt, desto mehr Infos und Buchungsoptionen finden sich hier.
Im Ablauf der Reise sind übersichtlich die an dem jeweiligen Hafen-Tag angebotenen Ausflüge als auch die Angebote auf dem Schiff (Tastings, Kurse etc.) aufgelistet und drei Monate vorher buchbar. Ich schaute mir also vorab an, was so angeboten wurde, schrieb mir Interessantes raus und optionierte direkt am Tag der Freischaltung die Ausflüge, die wir machen wollten. Einige Ausflüge optionierten wir nach vorheriger Absprache gemeinsam mit den Schwiegereltern (anhand der Buchungsnummer sind diese eindeutig zuordbar). So hatten wir die Chance diese gemeinsam zu unternehmen, was am Ende vor Ort jedesmal klappte.
Auch alles rund um die An-/Abreise ist in der Mein Schiff App hinterlegt bzw. wird darüber abgewickelt. Etwa ein halbes Jahr vorher fanden sich dort auch die Daten der Zubringerflüge - ab dann ist die Sitzplatzreservierung im Flieger freigeschaltet! - und die Umwandlung der Bahn-Tickets vom/zum Flughafen erfolgte darüber. Das war aber alles intuitiv gestaltet und funktionierte einwandfrei. Auch mehrmaliges Umbuchen der Zugverbindung klappte problemlos.
Die App ist auch während der Reise auf dem Schiff ein praktischer Begleiter. Alles rund um das Schiff ist auch ohne zusätzliches Datenvolumen nutzbar. So lassen sich darüber dann Ausflüge/Kurse buchen und stornieren als auch Menüs oder Öffnungszeiten nachlesen.
Tipp:
Im Pro-Tarif sind Ausflüge und Angebote vor den anderen Tarifen buchbar und es gibt für jede Person 20% Nachlass.
Organisatorisches vorab
Vor Abreise muss das sogenannte Schiffsmanifest ausgefüllt sein. Per Mail wurde die Freischaltung bekannt gegeben und darauf hingewiesen, dass man es bis Tag x ausgefüllt haben muss. Sofern man es noch nicht gemacht hatte, kam eine Erinnerungsmail je näher die Reise rückte. Das Ausfüllen vor der Reise ist Pflicht! Eigentlich war das aber keine große Sache, es geht hier um die Daten vom Reisepass und dass man Zahlungsdaten je Passagier hinterlegt. Diese wiederum sind dann auf der Bordkarte hinterlegt, die man an Bord immer mit sich trägt. Die Bordkarte gewährt dann nicht nur Zugang zur Kabine, sondern ist auch Zahlungsmittel für jegliche Art von Sonderleistungen wie spezielle Getränke oder Kurse. Am Ende der Reise, am letzten Tag, steckt dann eine Auflistung samt Abrechnung dafür an der Kabine. Übrigens, die Mein Schiff Flotte sind alles AI-Schiffe. Also Essen, Getränke, viele Sportkurse etc. sind bereits im Reisepreis inbegriffen.
Anreise und Check-in Schiff
Kabine - schwimmendes Zimmer mit Aussicht
Unsere "Mitte-Mitte" Balkonkabine war die 8116 auf Deck 8 (Muschel). Der Moment, wenn zum ersten Mal die Tür aufgeht und man so eine Kabine sieht war schon aufgeregt-erwartungsvoll - und wir wurden nicht enttäuscht. Ich war positiv überrascht, wie geräumig die knapp 17 qm-große Kabine war und wie viele Möglichkeiten es gab, etwas zu verstauen. Dazu gehörten zwei Schränke mit Hänge- als auch Ablagemöglichkeiten, Schubladen, Haken und diverse andere Verstaumöglichkeiten. Unter dem Sofabett war sogar noch eine große Ausziehschublade. Kurzum, wir hatten keinerlei Probleme unsere Sachen für drei Personen und zwei Wochen unterzubringen. Auch wenn ich natürlich das ein oder andere Kleidchen zu viel dabei hatte ... Slipper und Bademäntel gehörten ebenfalls zur Ausstattung dazu. Das Dusch-WC war zweckmäßig mit vielen Ablageflächen, bot allerdings nicht mehr Platz als man unbedingt braucht.
Tipp:
Ich hatte vorab diverse Kreuzfahrt-Hacks im Internet gesehen und ein faltbares Regal zum Einhängen in den Kleiderschrank dabei, als auch Magnethaken für Jacken & Co.. Beides haben wir
nicht gebraucht. Auf anderen Schiffen kann es ggf. sinnvoll sein.
Unser Doppelbett mit gemütlichen 1,80 m Breite lag direkt an den bodentiefen Glaselementen (es gibt die Konfiguration auch umgekehrt, also Sofabett am Fenster und Doppelbett mittig Kabine) - und ich sicherte mir direkt die Schlafposition auf der Fenster-Seite. Es ist wirklich großartig morgens aufzuwachen und vom Bett aus diesen Blick nach draußen zu haben! Clever durchdacht ist hierbei, dass die Balkongeländer aus Glaselementen mit Holzlauf konzipiert sind, so hat man ungestörte Sicht.
Was ich wirklich süß fand, das Bett unserer Tochter war direkt mit thematisch passender Piraten-Bettwäsche bezogen - auch eine tolle Parallele zum "Insel der Seeräuber"-Kidsclub. Die Kabine wurde jeden Morgen, während wir beim Frühstück waren, von der Crew gereinigt und hergerichtet. Und oft erwarteten uns kleine Decken-Kunstwerke auf dem Bett. Am Abend erfolgte dasselbe in umgekehrter Reihenfolge. Also wenn wir nach dem Abendessen kamen, waren die Vorhänge zugezogen, die Beleuchtung gedimmt und die Betten aufgeschlagen - man musste sich nur noch hinein legen.
Tipp:
Natürlich gibt es "Nicht stören"-Schilder. Wir haben diese oftmals dran gehängt, wenn wir zum Frühstück gegangen sind. Im Anschluss konnten wir uns dann vor dem morgendlichen Ausflug in Ruhe
zu Ende fertig machen, ohne der Crew in die Quere zu kommen. Während wir dann unterwegs waren, hatte die Crew genügend Zeit die Kabine frisch zu machen.
Apropos Balkon. Zuerst wollte ich gar keine Balkonkabine, am Ende war ich mega froh darüber. Wir haben den Balkon öfter genutzt als ich dachte. Jeden Morgen standen oder saßen wir - teils noch im Schlafzeug - dort draußen und sahen zu, wie wir an der Insel entlang dem Hafen zusteuerten, der Lotse an Bord kam, drehten - unser Käpt'n "parkte" immer rückwärts ein - und dann anlegten. An den Seetagen saßen wir hier, haben weitab des Trubels die Seele baumeln lassen und abends genossen wir teils nochmal einen Aperitiv.
Das Schiff - eine eigene kleine Welt
Die Mein Schiff 2 gehört mit der Taufe im Jahr 2019 bereits zu den älteren Schiffen der Mein Schiff Flotte und ist damit wahrscheinlich noch "klassischer" konzipiert als die bereits stärker auf Wellness ausgerichteten neueren Schiffe wie die Mein Schiff Flow oder Mein Schiff Relax. Von den "Vergnügungsparks auf See" von anderen Reedereien will ich da gar nicht sprechen. Grundsätzlich ist das gesamte Schiff sehr hell und modern gestaltet und natürlich finden sich überall maritime Motive. So sind auch die Decks benannt: Muschel, Seestern, Brise, Aqua et. Dadurch, dass das Schiff auch nicht so riesig - ja ja, 3.000 Leute, aber keine 5.000 oder mehr - und überall gut ausgeschildert ist, fanden wir uns eigentlich ab Tag 1 schnell zurecht. Zu den öffentlichen Bereichen gehörte die etwas opulenter gestaltete, sich über drei Decks ziehende Lobby mit Thalia-Leseecke und (kostenpflichtiger) Saft-Bar. Über die schwungvolle Glastreppe erreichte man auf direktem Weg ein Deck höher die TUI Bar auf Deck 4 und darüber das Ganz schön gesund Bistro auf Deck 5.
Von hier gelangte man auch in die "Neuer Wall" Einkaufsmeile. Natürlich durfte ein Juwelier als auch große Namen wie Gucci & Co. dort nicht fehlen. Wer sich noch mit etwas Lesestoff versorgen
wollte, auf der Suche nach Mein Schiff-spezifischen Souvenirs war oder einfach nur Sonnencreme vergessen hatte, wurde hier aber genauso fündig. Zum Aufhübschen unterwegs konnte man einen Termin
beim Friseur, Barbier oder im Tattoo-Studio machen. Und für Kunstliebhaber gab es die Galerie(-Bar), die käuflich erwerbbare Werke aus den Queens-Kunstgalerien ausstellte. Als Erinnerung an die
Reise kaufte ich hier sogar ein kleines Bild, das die Mein Schiff 2 zeigt, die aus dem Liedtext des Auslaufliedes "Große Freiheit" ausgearbeitet ist.
Das Schiff verfügt über zwei Passagier-Treppenhäuser mit jeweils mehreren großen Aufzügen. Treppenhaus A vorne (Verteilerzone zu Wellnessbereich und Theater) ist etwas kleiner als Treppnhaus B
weiter hinten (Verteilerzone Hauptrestaurants Atlantik, Anckelmannsplatz, Fitnessbereich). Optisch unterscheiden sich die Treppenhäuser durch verschiedene Stile bei den Wandgemälden, so kann man
sich orientieren, wo man sich befindet. Auf jeder Etage gab es zu den Durchgängen zu den Kabinen einen Wasserspender zum Abfüllen von stillem Wasser. Dafür standen auf den Kabinen Karaffen bereit
oder man konnte eigene Gefäße verwenden.
Tipp:
Egal ob Crew, Kabinen-, Restaurant, Bar-Personal, Kinderbetreuer & Co. - Gastfreundschaft wird auf der Mein Schiff 2 groß geschrieben bzw. der Kunde ist König. Wirklich alle waren jederzeit freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit und auf Zack!
Pooldeck - Let the sun shine
Das Pooldeck spielt natürlich auf einer Kreuzfahrt, besonders in der Karibik, eine große Rolle. Ich fand es beeindruckend und wirklich toll mit dem großen 25 m Pool inkl. angrenzenden Whirlpools und der separaten kleineren Lagune. Eigentlich besteht es aus zwei Decks, dem Pooldeck selbst und einem darüber liegenden, umlaufenden Liegebereich. Dieser wiederum sorgt darunter für heiß begehrte Schattenplätze. Jeden Morgen wurde das Pooldeck wieder mit den - abends teils für Veranstaltungen weggeräumten - Liegen bestückt. Teils gab es aber auch große Loungesofas und Sitzgruppen oder Lounge-Liegeelemente. Umgeben von der Unverzichtbar und der Eisbar auf Deck 12 und der Überschaubar auf Deck 14 waren Erfrischungen jederzeit in Reichweite. Leere Gläser an den Liegen wurden übrigens immer zeitnah abgeräumt. Natürlich war das Pooldeck stets gut besucht, nichtsdestotrotz hatte man außerhalb von Seetagen eigentlich den ganzen Tag die Chance immer irgendwo Plätze zu bekommen, auch im Schatten.
Das Pooldeck an Seetagen ist allerdings eine Sache für sich. Hier startet der morgendliche Kampf um die Liegen sobald diese vom Personal freigegeben und wieder aufgestellt werden. Es ist unfassbar, zu was für streitlustigen Wesen die Menschen wegen ein paar Liegen werden können. Absolut jedes freie Plätzchen war hier belegt - was aber wiederum nicht gleichzusetzen ist mit benutzt. Wie man auf den Bildern sieht, gibt es viele Liegen, die einfach nur mit Handtüchern reserviert waren. Es ist inzwischen so weit, dass die Leute sich sowohl Schatten- als auch Sonnenplätze reservieren, um dann auch ohne Probleme wechseln zu können. Ich fand dieses rücksichtlose Gebaren einfach nur schlimm. Ein einziges Mal waren wir an den beiden Seetagen tagsüber an Deck - und das auch nur, um uns das Sonnenanbeter-Theater einmal anzuschauen.
Tipp:
Es gibt tatsächlich eine sogenannte Liegen-Polizei. Also wenn eine Liege nach einer halben Stunde nicht genutzt wird, nimmt das Personal die Handtücher herunter. Geklappt hat das irgendwie nicht.
Restaurants - Kulinarische Gaumenfreuden
Das Anckelmannsplatz ist das große Buffetrestaurant auf Deck 12. Es hat durchgängig von 7.30 - 21.30 Uhr geöffnet. Die Buffet-Stationen werden dann jeweils zu Frühstück, Mittagessen, Kaffeezeit und Abendessen unterschiedlich bestückt. Die Qualität der Speisen war durchweg gut, lecker und auch abwechslungsreich. Klar, wenn man zwei Wochen (oder länger) auf dem Schiff ist, wiederholt es sich, aber es gab auch immer wechselnde Beilagen, Salate & Co. Die Kids hatten eine separate Station mit Nuggets & Co. Getränke holte man sich ebenfalls selbst an Kaffeeautomaten oder Spendern (Wasser, Sprite, Coke, Coke Zero, Apfelschorle). Mittags und abends gab es auch Bier und Wein (Weiẞ und Rot) zum selbst zapfen. Leere Teller auf den Tischen wurden immer zügig abgeräumt und auch am Buffet schnell nachgelegt. Wir haben größtenteils im Anckelmannsplatz gefrühstückt, was aber auch daran lag, dass unsere Ausflüge direkt morgens begannen und man das Frühstücken am Buffet zeitlich besser kalkulieren kann. Wenn wir von einem Ausflug kamen und Mittags der kleine Hunger zuschlug, haben wir uns ab und an mal für eine leichte Mahlzeit eingefunden, wobei die vorbereiteten Tagessalate und das frische Brot immer eine tolle Kombi waren. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Atmosphäre grundsätzlich zu unruhig war. Es hat halt diesen typischen AI-Charakter.
Das Atlantik-Restaurant erstreckt sich über zwei Decks: Auf Deck 5 liegt das Atlantik Klassik und auf Deck 6 das Atlantik Mediterran. Service am Platz und elegantes Ambiente bieten hier einen stilvollen Kontrast zum wuseligen Buffet-Restaurant. Für mich war es immer ein Highlight hier abends zu essen. Genau so stellt man sich dinieren auf einem Ozeandampfer vor. Die Kellner waren durchweg freundlich und aufmerksam. Vorweg gab es immer erst einen Aperitiv, sodass man in Ruhe einen Blick auf die Karte - übrigens in beiden Restaurants abends dieselbe - werfen konnte. Diese offerierte ein Mehrgang-Menü bestehend aus Gruß aus der Küche, Vorspeise, Suppe, Zwischengang, Hauptgang und Dessert. Sagte einem die Auswahl des Tages nicht zu, gab es immer noch eine Standard-Auswahl an Gerichten, die man via Mix & Match dazu kombinieren konnte. Wobei auch die Kids eine Kinder-Speisekarte mit dieser Speisenfolge bekommen und damit neben dem Ausmalen der Karte gut in das durchaus etwas länger dauernde Abendessen eingebunden sind.
Tipp:
Thema Dresscode. Generell geht es auf dem Schiff leger und locker zu. Dass man sich mittags nicht mit nassem Badezeug ins Buffet-Restaurant setzt, sollte eine Selbstverständlichkeit sein und wurde auch so gelebt. Beim Einlass zum abendlichen Dinner standen allerdings Schilder, dass bitte auf angemessene Kleidung geachtet werden sollte. Wobei hier aber auch nicht Abendkleid und Anzug gemeint sind, lange Hosen und Hemd/Polo für Männer reichen locker. Aufbrezeln ist nicht Pflicht - ich habe es nur gerne genutzt.
Die Portionen waren aufgrund der vielen Gänge natürlich nicht riesig, haben in ihrer Gesamtheit aber satt gemacht. Dazu war jeder Gang immer toll zurecht gemacht. Das Auge isst schließlich mit. Begleitend zum Essen konnte man sich natürlich Softgetränke, Bier, Sekt oder auch die Hausweine (Weiß, Rosé, Rot) bestellen, die das Personal stilecht aus einer Karaffe ausschenkte. Abschließen gab es immer noch einen Digestiv. Ich habe jeden Abend hier immer genossen.
Tipp:
Aufgrund desMehrgang-Menüs inkluisve Zeit dazwischen dauerte ein Essen im Atlantik mindestens zwei Stunden. Diese Zeitspanne sollte man in sein Abendprogramm einplanen, wenn man ggf. noch ins
Theater oder beim Ablegen an der Reling stehen möchte.
In den Atlantik-Restaurants kann man morgens von 7.30-10 Uhr auch frühstücken. Die beiden Restaurants unterscheiden sich darin, dass es im Atlantik Klassik ebenfalls Buffet gibt (nur ein paar Nummern kleiner als im Anckelmannsplatz), während Kaffee & Co. gebracht werden. Im Atlantik Mediterran, ein Deck höher, wird eine Frühstücksauswahl an den Tisch gebracht. Wir waren mehrfach im Atlantik Klassik frühstücken, wenn wir morgens mehr Zeit hatten, weil die Atmosphäre hier einfach ruhiger und entspannter ist.
Eines der Spezialitäten-Restaurants ist das Ganz Schön Gesund auf Deck 5. Hier gab es, wie der Name schon sagt, leichtere Kost, die mehr in die asiatische Richtung ging. Dazu gehörten auch Bowls, Fisch und Fleisch. Weil es hier keine Kinderkarte gibt und die Gerichte durchaus etwas spezieller sind, nutzten wir einen Abend, an dem unsere Tochter lieber mit dem Kids Club unterwegs war. Vorab wurde ein Gruß aus der Küche mit diversen Dips gereicht, die schon einen guten Vorgeschmack gaben. Auch die folgenden Gerichte haben uns mit ihrer asiatischen Note nicht enttäuscht. Analog Atlantik wurden hier Softgetränke, Bier und/oder die Hausweine als auch natürlich Softdrinks ausgeschenkt - wobei zu dem Gesund-Charakter wohl eher Wasser oder Smoothies gepasst hätten.
Angrenzend an das Anckelmannsplatz ist das Restaurant Fischmarkt. Wie der Name schon sagt dominieren Fischgerichte auf der Speisekarte. Um hier einen Platz zu bekommen, musste man entweder schnell sein oder viel Glück haben. Wir haben es mehrfach probiert und ergatterten tatsächlich einmal einen Platz. Allerdings lag dieser direkt am Eingang, sodass es sehr unruhig war. Das Essen war in Ordnung, aber dadurch, dass es so gut besucht ist, zog sich die Wartezeit zwischen den Gängen und damit das gesamte Essen sehr lange hin. So lange, dass man eigentlich vor dem nächsten Gang schon wieder richtig Hunger hatte.
Bars - Let`s have a drink ...
Natürlich hat man am Ende so seine Liebelingsbars. Zuallererst - und von uns wohl am meisten frequentiert - die Unverzichtbar auf dem Pooldeck (Deck 12). Sie liegt zwischen dem großen Pool und der Lagune. Wenn man sich am Pool etwas zu trinken holen wollte, war man hier richtig. Zudem konnte man es sich auf den geflochtenen Sitzelementen mit Loungecharakter gemütlich machen und hatte durch die bodentiefe Glasfront einen tollen Blick nach draußen. Die Dosierung der Cocktails war hier eher nach Auge als nach Rezept, vielleicht waren sie deshalb so lecker. Allerdings gab es nur Plastikgläser. Die Cocktailkarte war übrigens in jeder Bar dieselbe.
Tipp:
Egal ob als Aperitiv, Digestiv oder innerhalb von Cocktails. Als Spirituosen wurden größtenteils bekannte Marken wie zum Beispiel Baileys, Sierra Tequila oder Bombay Gin ausgeschenkt. Wobei
aber auch die Eigenmarken wie Mein Schiff-Gin oder -Rum eine hohe Qualität hatten, die auch als Standalone überzeugten. Cocktails waren zudem
immer mit frischem Obst etc. dekoriert.
So gut wie jedes Ablegen standen wir hinten an der Reling - immer mit einem erfrischenden Kaltgetränk. Das kam aus der angrenzenden Außenalster Bar & Grill. Hier abends einen Platz auf den Sofas, Stühlen oder in den Strandkörben zu bekommen ist allerdings schwer. Vor allem wenn vorab das Reservieren via Handtuch praktiziert wurde - echt jetzt, Leute?! Aber entweder wir hatten im Anschluss ans Ablegen Glück oder sind in eine der anderen Bars gegangen.
Zum Beispiel in die Schaubar auf Deck 5. Unsere persönliche Top 3. Der Eingang führt durch einen kleinen Spiegel-Palmengarten. Über die Galerie kann man hinunter auf die beiden Atlantik-Restaurants schauen. Zusammen mit dem Lichtvorhang und der Glastreppe im Hintergrund war das schon echt ein optischer Hingucker. Gemütliche Sofas und Vorhang-Elemente sorgten für private Ecken. Abends fand gelegentlich Bingo statt und ab etwa 21 Uhr gab es Live-Musik. Viele spielten hier nebenbei Karten.
Und dann gab es auch noch die TUI Bar auf Deck 4. Tatsächlich saßen wir hier aber eher tagsüber, weil es tolle Sitznischen in den großen Fenstern gibt. Diese boten sich hervorragend zum Lesen an, dazu ein Cocktail, perfekt.
Wer einen Drauf machen möchte, der war übrigens in der Abtanzbar auf Deck 5 richtig, die auch erst ab 22 Uhr öffnete. Wir machten hier einen kleinen Abstecher, nachdem wir aus dem Theater kamen. Direkt gegenüber ist das Casino & Lounge, in dem auch innerhalb des Schiffs das Rauchen erlaubt war.
Tipp:
Fast auf dem gesamten Schiff herrscht Rauchverbot. Geraucht werden darf auf dem Balkon auf den Kabinen (nicht auf allen, es gibt auch spezielle Nichtraucher-Kabinen-Bereiche), in ein paar
Außendeckbereichen und innerhalb des Schiffs im Casino & Lounge auf Deck 5. Ich persönlich fand es sehr angenehm, nicht überall an Deck zugequalmt zu werden,
sondern diesen Bereichen aus dem Weg gehen zu können.
Unterhaltung
Was wäre eine Kreuzfahrt ohne Party auf dem Pooldeck?! Hier standen zwei Highlights auf dem Plan, die wir uns nicht entgehen ließen: die große White-Party (natürlich hatte ich extra dafür ein weißes Kleid dabei) und die Abschiedsparty vorm Gästewechsel, wo sich alle 52 Nationen auf dem Schiff vorstellen und verabschieden. Diese Partys wurden mehrfach angekündigt und das Pooldeck speziell vorbereitet u. a. mit gespannten Wimpeln oder auch einem großen aufblasbaren Hai im Pool. Die Partys starteten allerdings erst gegen 21.30 bzw. 22 Uhr. Man hatte also noch gut Zeit sich vorher schick zu machen und entspannt Essen zu gehen (und ggf. die Kids ins Bett zu bringen). Im Anschluss machten wir uns frühzeitig auf den Weg, um noch einen Platz mit guter Sicht zu ergattern. Wir hatten beide Male denselben Platz auf Lounge-Sofas auf dem oberen Bereich des Pooldecks (Deck 14) direkt gegenüber von der Bühne. Versorgt wurden wir hier am Platz mit Getränken aus der Überschau Bar. Die Stimmung auf beiden Partys war gigantisch!
Zumindest einmal wollte ich ins imposante Theater gehen. Das Theater erstreckt sich immerhin über 2 Decks (sieht optisch eher aus wie 3) und bietet Platz für ca. 1.000 Leute. Dafür suchten wir uns die Musical-Gala aus und ich war begeistert von der Flexibilität der Bühne und dem, was die Schauspieler - inklusive toller Stimmen (!) - ablieferten. Tagsüber wurde das Theater oft für Vorträge zu den anstehenden Inseln etc. genutzt. An einem der Seetage hielt der Käpt'n höchstpersönlich einen Vortrag über die Mein Schiff 2, das wollten wir uns ebenfalls nicht entgehen lassen - und wurden nicht enttäuscht. Zur Fragerunde wurde der Käpt'n unterstützt von Kreuzfahrtdirektor Stephan.
Kids-Club
Auf der Kabine lag direkt zum Bezug eine Einladung für unsere Tochter in den "Insel der Seeräuber"- Kidsclub. Dieser ist auf Deck 12 und hat von 9-21 Uhr geöffnet. Die Betreuer gehen sogar zusammen mit den Kids mittags (12-12.45 Uhr) und abends (17.30-18.15 Uhr) essen, sofern es gewollt oder gewünscht ist. Unsere Tochter war allerdings so eingespannt in unser gemeinsames (Ausflugs-) Programm, auch zusammen mit Oma & Opa, dass sie erst an Tag 10 - unserem ersten Seetag - in den Kidsclub wollte. Das gefiel ihr so gut, dass sie sich dann regelmäßig dorthin verabschiedete. Eigenständiges Kommen und Gehen für die größeren Kids kann via Formular festgelegt werden. Hier wurde aber auch wirklich viel mit den Kids angestellt. In den kindgerechten Räumlichkeiten wurde gespielt, getobt und gebastelt. Für Kurzweil sorgten zudem Highlights wie eine Schnitzeljagd über das Schiff. Außerdem findet man hier natürlich gleichaltrigen Anschluss, mit dem man dann auch im Pool planschen kann.
Tipp:
Wir haben tatsächlich des Öfteren gesehen, dass Kinder im Kidsclub waren, während die Eltern an Ausflügen teilgenommen haben. Je nach Interesse der Kids an den Zielen ist das eine tolle Möglichkeit. In jedem Fall besser als einen (teuren) Ausflug zu bezahlen und dabei ständig "Wann können wir zurück" zu hören ...
Sport, Fitness und Aktivitäten
Bei so vielen leckeren Verlockungen an Bord, darf ein Ausgleich nicht fehlen - bei mir zumindest. Wir waren durch die ganzen Ausflüge über die Inseln zwar auch gut zu Fuß unterwegs und Schwimmen in Pool oder Meer lag auch immer drin, aber natürlich wollte ich mein Sportprogramm nicht komplett schleifen lassen. Das Schiff hat zwar an Deck eine umlaufende, über das obere Pooldeck verlaufende 440 m lange Joggingstrecke mit leichter Steigung, aber Laufen war noch nie mein Ding. Erst recht nicht in der karibischen Wärme!
Das Fitness-Studio auf Deck 14 war da schon eher meins. Ausgestattet mit Kraft- und Cardiogeräten konnte ich hier mein Rudertraining fortsetzen - und so einen tollen Blick dazu hat man echt nicht alle Tage! Man muss allerdings dazu sagen, dass das Fitness-Studio eher etwas für Leute ist, die das öfters machen bzw. sich zumindest grundlegend bereits mit den Geräten auskennen. Der Tresen ist nur sporadisch besetzt und wer eine Anleitung bzw. etwas ausführlichere Erläuterung haben möchte, der muss einen Personal-Training-Kurs buchen. So ist dann mein ursprünglicher Plan gescheitert auch mal die Kraft-Geräte auszuprobieren. Zwar ist an jedem Gerät auch eine Kurzanleitung zur Bewegungsausführung, allerdings war mir das dann im Hinblick auf ein "Verheben" zu heikel. Das finde ich ehrlichgesagt etwas schade. Angeschlossen an das Fitness-Studio ist auch ein Trainings-Raum mit Equipment wie Matten, Step-Boards etc. für Workouts im kleineren Kreis. Ich probierte hier einmal HIT aus, das war echt ne Wucht!
Tipp:
Tatsächlich sind viele Sportkurse kostenlos - und besonders an Seetagen auch vorab schnell ausgebucht. Special-Trainings wie Trampolin-Training oder Dance-Aerobic sind kostenpflichtig, aber
ich fand 12 € für zum Beispiel mein Dance-Aerobic in Ordnung.
Außerdem hatte das Schiff oben auf Deck 12 eine große Sporthalle, die Arena. Hier konnte man Kicken, Basketball spielen, Klettern - kurzum, sich austoben. In der Mein Schiff App oder im TV-Tagesplan ließ sich nachschauen, was hier wann angeboten wurde. Dazu gehörten auch diverse Kurse wie Trampolin-Workout oder Dance-Aerobic. Letzteres forderte meine Koordination und brachte mich ganz schön aus der Puste.
Natürlich verfügt die Mein Schiff 2 auch über einen großen Wellnessbereich mit Sauna & Co. Dieser verteilt sich im vorderen Bereich des Schiffs über Deck 11 und 12. Übrigens die einzige Möglichkeit ohne Zugang zum X-Bereich auch mal nach vorne raus schauen zu können. Ehrlicherweise habe ich diesen jedoch nicht mal betreten, für Sauna war es mir in der Karibik einfach zu warm. Die Schwiegereltern haben sich jedoch eine (kostenpflichtige) Massage gegönnt und waren begeistert.
Wer ist so an Bord ...
Die Mein Schiff 2 ist ein deutsches Schiff. Also Bordsprache ist Deutsch, entsprechend war ein Großteil der Passagiere auch deutschsprachig. Eine weitere größere Gruppe bildeten dann tatsächlich Holländer und vereinzelt andere Nationen.
Welcher Altersdurchschnitt an Bord ist, hängt natürlich auch von den Ferien ab. Ansonsten handelte es sich um gemischtes Publikum, wobei ich sagen würde, dass der Großteil der Passagiere zwischen 30-50 Jahre war. Ältere Semester gab es auch, aber wenn dann sehr fit - es war eindeutig keine "Senioren-Dampferfahrt".
Mit dem großen Gästewechsel in der Dominikanischen Republik wechselte auch eindeutig das Publikum. Als wir an Bord gingen hatte nur Niedersachsen (Oster-)Ferien. Das heißt beim ersten Teil unserer Reise, also die ersten 10 Tage, waren natürlich auch Kinder an Bord, aber weitaus weniger. Nun reisten viel mehr Familien an und das veränderte die gesamte Atmosphäre. Leider nicht zum Positiven. Ab dann wurde es gefühlt voller und merklich unruhiger auf dem Schiff. Und nicht nur das. Ich gönne jeder Familie diese Art von Urlaub, aber ich kann nicht verstehen, wie man sich so gehen lassen kann. Ein paar Beispiele:
- Während im ersten Teil der Reise am Buffet von den Passagieren durchaus darauf geachtet wurde, Lebensmittel nicht zu verschwenden, sah man ab dann wie sich sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern die Teller vollgeschaufelt und am Ende noch voll vom Personal wieder abgeräumt wurden. Entsprechend kam die Küche auch mit dem Nachschub am Buffet nicht mehr so schnell hinterher.
- Kinder rannten kreuz und quer durchs Buffet-Restaurant oder balancierten ihre Tabletts a la "Schau mal, ich bin Kellner", wodurch einiges an Geschirr zu Bruch ging. Und kein Elternteil fühlt sich zuständig.
- Auf einmal standen leere Gläser im Treppenhaus herum, obwohl der nächste Tisch vom Restaurant, wo die Kellner alles abräumen, nur ein paar Meter weiter um`s Eck ist.
- Ab 16 Uhr (!) begegneten uns nun die ersten schwankenden Passagiere im Gang - was wiederum nicht vom Seegang kam. Bereits am Nachmittag am Pool ging es nun also ausgelassen feucht-fröhlich einher, nicht erst abends in den Bars. Ziemlich peinlich.
Wir waren dann ehrlich froh, dass wir den größten Teil unserer Reise bereits hinter uns hatten.
Tipp:
Auch wenn die Bordsprache der Mein Schiff 2 grundsätzlich Deutsch ist, arbeiten wie schon erwähnt 52 Nationen auf dem Schiff. Vor allem mit dem Kabinenpersonal klappt die Verständigung besser auf Englisch.
Ausflüge und Landgänge
Von TUI Cruises organisierte Ausflüge waren bis zu drei Monate vorher buchbar. Und oft auch bis wenige Tage vorher stornierbar - jeweils über die Mein Schiff App als auch über die Rezeption bzw. das separate Ausflugsbüro. Das ermöglicht natürlich eine tolle Flexibilität. Wir hatten größtenteils Halbtagesausflüge gebucht, die morgens starteten, sodass wir je nach Lust und Laune nachmittags noch die Möglichkeit hatten entweder auf eigene Faust noch etwas auf den Inseln zu erkunden oder einfach auf dem Schiff die Seele baumeln zu lassen. Preislich lagen diese Ausflüge pro Person bei 70-90 €, für unsere Tochter bei 50-70 €. Längere Ausflüge lagen bei etwa 120 €, für unsere Tochter bei 100 €.
Zum Start eines jeden Ausflugs sammelte sich die jeweilige Gruppe auf dem Schiff. Treffpunkt, Gruppennummer und Uhrzeit war vorab über den Reiseplan in der Mein Schiff App oder im TV einsehbar. Bei uns war es meistens die Schaubar. Von dort erfolgte dann der Aufruf der jeweiligen Gruppennummer und die Gruppe ging geschlossen vom Schiff bis zu den jeweiligen Nummern-Sammelpunkten vor dem Schiff. Dort wurden die Personen dann entsprechend der jeweiligen Busgröße abgezählt, die Bordkarte gescannt, man bekam teils ein farbiges Bändchen, den Weg zum Bus gewiesen und dann ging es los. Das Ende des Ausflugs war dann wieder am Kreuzfahrt-Terminal. Um vor Ort etwas sehen zu wollen, ohne sich (vorab) selbst um etwas kümmern zu müssen, ist es der sicherste und einfachste - allerdings auch verhältnismäßig teuerste - Weg. Aber es war wirklich gut organisiert, eigentlich konnte hier niemand verloren gehen. Allerdings hat diese Art des Ausflugs natürlich einen gewissen Lemming- oder Kaffeefahrt-Charakter. Man ist unterwegs immer an die vorgegebenen Zeiten gebunden und nirgends alleine - zumal natürlich die Hotspots angefahren werden, die die anderen Reiseveranstalter auch auf dem Zettel haben.
Tipp:
Wer individueller und auch etwas günstiger unterwegs sein möchte, der sollte sich bei Portalen wie getyourguide umschauen. Diese bieten Touren von lokalen Guides in weitaus kleineren Gruppen an. Außerdem werden die Hotspots oft zu Zeiten angefahren, die nicht so hoch frequentiert sind. Eine weitere Alternative ist, sich einfach vor Ort eine Taxitour zu buchen. Die lokalen Taxi-/Tour-Unternehmen an den Cruise Terminals haben sich auf Tages-Kreuzfahrttouristen spezialisiert. Teils handelt es sich um Festpreise, teils lässt sich noch handeln. Man sollte hier, wenn nicht der Landessprache, des Englischen mächtig sein. Auf diese Weise bekommt man aber authentischere Einblicke in das Leben vor Ort.
Abreise
Da unsere An-/Abreise komplett via TUI Cruises lief, checkten wir am Abreisetag nicht am Flughafen ein, sondern direkt am Cruise Terminal. Ein paar Tage vorher wurden hierfür farbige Banderolen und ein Zettel mit Abreiseinformationen auf die Kabine gelegt. Hier standen auch die Check-in Zeitfenster für die jeweiligen Flüge. Für unseren Flug war das von 8.30-9.15 Uhr. Das Gepäck stellte man, mit der farbigen Banderole versehen, bereits am Vorabend vor die Kabine. Es wurde vom Personal abgeholt und morgens im Cruise-Terminal bereit gestellt. Wir begaben uns dann nach einem letzten Frühstück am nächsten Morgen zur angebenen Zeit zum Cruise Terminal, passierten die Barbados-Passkontrolle, suchten unter den nach Banderol-Farben sortierten Koffern unser Gepäck und checkten direkt für den Rückflug in der Condor Business Class ein. Nachdem wir unsere Bordkarten hatten und das Gepäck aufgegeben war, gingen wir wieder zurück an Bord.
Tipp:
Man muss sein Gepäck nicht am Abend vorher vor die Kabine stellen, sondern kann es natürlich auch selbst morgens mit vom Schiff nehmen. Ich würde jedoch davon abraten. Zu den
Abreise-Stoßzeiten sind wirklich alle Aufzüge komplett ausgelastet und es ist überall voll. Im Zweifel muss man also sehr lange warten oder sein Gepäck übers Treppenhaus nach unten tragen, was zu
ggf. ungeplanten zeitlichen Verzögerungen führen kann.
Die Kabine muss am Abreisetag - sofern man die Checkout-Zeit nicht verlängert hat - bis um 9 Uhr geräumt sein. Bei einer mit TUI Cruise gebuchten Abreise hat man jedoch die Möglichkeit bis zum Transfer auf dem Schiff bleiben und Bars, Restaurants, Pool etc. bis dahin noch weiter nutzen zu können. Da unser Flieger erst abends ging und die Transferzeit mit 14.45 Uhr angegeben war, nutzten wir die Gelegenheit noch einen Abstecher zum Stadtstrand von Barbados zu machen. Gegen Mittag kamen wir zurück, duschten uns am Pooldeck noch einmal gründlich ab und zogen uns dann auf dem WC um. Nach einem leichten Mittagessen im Anckelmannsplatz warteten wir wie viele andere bei einer letzten Runde Cocktails in der TUI Bar auf den Transfer zum Flughafen.
Tipp:
Leider gibt es auf dem Schiff keine (öffentlichen) Dusch- oder Umkleidebereiche. Wir mussten uns also ohne Zugang zu einer Kabine etwas behelfen mit Pooldeck und WC. Auch die entsprechenden
Wechselgarnituren für so einen letzten Abstecher sollte man vorab entsprechend einplanen und im Handgepäck ggf. eine Wetbag dabei haben.
Fazit
Eine Kreuzfahrt ist definitiv ein tolles Erlebnis. Wir hatten wirklich viel Spaß und tolle Momente an Bord. Alleine wenn ich an das vom Lied "Große Freiheit" begleitete Ablegen denke, bekomme ich jetzt noch Gänsehaut. Ich kann also verstehen, dass so viele Leute und besonders auch Familien davon begeistert sind. So ein Schiff bietet jegliche Annehmlichkeiten, sowohl kulinarisch als auch was Entspannung oder Aktivitäten angeht. Und das alles an einem Fleck. Zudem ist von vorne bis hinten alles organisiert. Ohne diese Komfortzone mit hohem europäischem Standard verlassen zu müssen, bekommt man obendrein auch noch fremde Orte zu sehen.
Würden wir es also wieder machen?! Wer jetzt ein euphorisches "Jaaaa" erwartet, den muss ich enttäuschen. Es wird eher ein Vielleicht. Und nur unter gewissen Bedingungen. Was uns auf dem Schiff tatsächlich am meisten gestört hat, waren die vielen Leute. Klar, das Schiff hatte ja auch knapp 3.000 Passagiere an Bord. Das wussten wir und das war auch meine größte Sorge vorab. Aber jeder, der bereits eine Kreuzfahrt gemacht hat, meinte: "Das verläuft sich." Unser Eindruck: Nein, tut es nicht. Vielleicht sind wir da einfach empfindlicher oder nicht ganz so abgestumpft wie andere. Wir würden daher beim nächsten Mal entweder eine Junior-Suite buchen, die Zugang zum exklusiven X-Bereich mit separatem Sonnendeck, Bar und Restaurant bietet - sodass man sich abseilen kann, wenn einem der Großteil auf den Keks geht. Oder direkt ein anderes Schiff, wie zum Beispiel eine Explora, die von vornherein einen kleineren und privateren Rahmen bietet. Außerdem würden wir grundsätzlich nur wieder fahren, wenn Niedersachsen als einziges Bundesland Ferien hat bzw. diese versetzt vor den anderen Bundesländern starten.
Was uns ebenfalls nicht gefallen hat, die Ignoranz. Die Ziele an sich geraten in den Hintergrund der schippernden Glitzerwelt. In Gebieten wie der Karibik wird dieser krasse Unterschied besonders deutlich. Während vor Ort die Leute mit Müll und maroder Infrastruktur inklusive Stromausfällen zu tun haben, kämpft man an Deck erbitterte Liegen-Kämpfe und lässt am Buffet die vollen Teller abräumen. Mancher geht nicht mal von Bord, sondern wendet sich höchstens mal auf seiner Liege. Mir fehlt hier ein bisschen das Verständnis, warum man dafür um die halbe Welt fliegt. Für uns war das Schiff dagegen eher - zugegeben, ein ziemlich luxuriöses - Mittel zum Zweck, um die karibischen Inseln zu sehen.
Der Käpt'n hat in seinem Vortrag sehr viel und durchaus überzeugend zum Thema Wasseraufbereitung und verträglicher Müllentsorgung auf dem Schiff erläutert. Nichtsdestotrotz fahren die Schiffe nach wie vor mit Schweröl und verunreinigen vor Ort die Gewässer. Dafür, dass die Tagestouristen für ein paar Stunden die Inseln überschwemmen und den Bewohnern außer Souvenirs wenig Vorteile bringen. Getreu dem Motto "Nach mir die Sintflut."
Ich kann vor diesen ganzen Dingen leider nicht einfach die Augen verschließen und vom Blendschleier der schwimmenden Komfortzone überdecken lassen. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass es nur allzu leicht und einfach ist, sich in den Bann dieser Welt ziehen und alles andere einfach mal hinter sich zu lassen. Das macht TUI Cruises einfach perfekt! Und ja, ich war echt traurig und wehmütig als wir das Schiff verließen. Was am Ende bleibt?! Wiedermal die Erkenntnis wie gut es uns (in Europa) geht, unglaublich viele traumhafte Erinnerungen und ein Stück "Große Freiheit" im Herzen.

















































































































































































